Jeder Unternehmer, mit dem ich spreche, hat so einen Fall: ein Werkzeug, das einmal mit viel Begeisterung ausgerollt wurde und jetzt ungenutzt auf einem Server liegt. Bezahlt, installiert, geschult, verstaubt.

Der Reflex ist: Die Software taugte nichts. Meistens war die Software in Ordnung.

Was tatsächlich passiert ist

Sie haben etwas gekauft, das an Tag eins fertig war. Es gab eine Schulung an einem Nachmittag, alle nickten, und danach sollte es laufen.

So funktioniert das mit einem neuen Mitarbeiter nicht. Den setzen Sie nach einem Nachmittag Erklärung auch nicht allein an eine Aufgabe. Der schaut in den ersten Wochen zu, macht es unter Aufsicht, macht Fehler, während jemand dabei ist, und erst wenn Sie ihm vertrauen, lassen Sie ihn los.

Ein digitaler Kollege verdient dieselbe Behandlung, und zwar aus genau demselben Grund: In den ersten Wochen geht es schief, und jemand muss das mitbekommen.

Wie wir es machen

Bei einer E-Mail-Weiterleitung, die wir gebaut haben, war vereinbart, dass in den ersten zwei Wochen ein Mensch jede Entscheidung freigibt. Die KI schlug vor, wohin die Mail sollte, jemand bestätigte oder korrigierte. Erst oberhalb von neunzig Prozent Treffsicherheit lief es automatisch.

In diesen ersten zwei Wochen kostete das mehr Zeit, als es sparte. Das ist kein Fehler im Plan, das ist der Plan.

Was Sie dafür zurückbekommen: Das Team hat gesehen, wie das Werkzeug lernt. Die Leute wissen, worin es gut ist und wo es danebengreift. Und das ist der einzige Grund, warum ihm drei Monate später noch jemand vertraut.

Drei Dinge, die den Unterschied machen

Nehmen Sie die Aufgabe, die alle hassen. Nicht die mit dem schönsten Businesscase. Wer seinen größten Ärger loswird, wird von allein zum Fürsprecher. Wer vier Prozent Ersparnis bei etwas Neutralem bekommt, merkt nichts davon.

Lassen Sie die KI im Zweifel nachfragen. Ein Werkzeug, das manchmal sagt „das weiß ich nicht, schau du mal“, genießt Vertrauen. Ein Werkzeug, das immer eine Antwort gibt, auch wenn sie Unsinn ist, wird nach dem zweiten Patzer ignoriert. Für immer.

Geben Sie ihm einen Namen und einen Chef. Klingt weich. Ist es nicht. Solange niemand Eigentümer ist, heißt es „dieses System“, und es stört niemanden, wenn es nicht mehr läuft.

Warum das eine Sache der Geschäftsführung ist

Wenn es an der Einführung liegt, ist es eine IT-Aufgabe, die Sie vergeben. Wenn es an der Nutzung liegt, geht es darum, wie Menschen arbeiten, was sie sich trauen und wem sie vertrauen. Das können Sie nicht vergeben.

Deshalb sage ich es seit einer Weile so: KI ist kein IT-Projekt, es ist eine Führungsfrage.

Ein Werkzeug, das niemand benutzt, ist keine gescheiterte Einführung. Es ist eine gescheiterte Einarbeitung.